Tintendrucksysteme

digi-etiketten-4Inkjet-Drucksysteme gibt es schon seit vielen Jahren. In der Etikettenfertigung wurden diese bisher aber hauptsächlich für nachträgliche Eindrucke und Kennzeichnungen eingesetzt. Vierfarbige Inkjet-Drucksysteme für die vollfarbige Etikettenproduktion wurden auf den vergangenen Messen häufig vorgestellt, durchschlagende Installationszahlen sind in den Etikettendruckereien bisher aber noch nicht zu verzeichnen. Die Druckqualität hat sich allerdings bei allen Anbietern in der letzten Zeit erheblich gesteigert und der Einsatz ist für viele Einsatzbereiche durchaus möglich.
Der Markt ist in Bewegung und es kommen ganz neue Anbieter ins Spiel, die bisher in der Druckindustrie völlig unbekannt waren, z.b. Nyoxprint. Interessant ist auch das Engagement der Heidelberger Druckmaschinen AG im Bereich der Rollenhaftetiketten. Die Forschung und Entwicklung für eine Inkjet-Lösung ist in Kiel bei der Firma Linoprint angesiedelt. Mit der aktuellen Übernahme von CSAT und der bestehenden Beteiligung an Gallus zeigt Heidelberger, wie wichtig die Marktentwicklung in diesem Segment eingeschätzt wird.

Der Vorteil der Inkjet-Drucksysteme sind Druckergebnisse mit guter Kratzfestigkeit und einer hohe Lichtechtheit. Bei der Härtung der Tinten mittels UV ergibt sich ein gewisser Glanz, der allerdings nicht immer erwünscht ist. Ebenfalls bauen die Tinten sichtbar auf, was deutlich auf dem Etikett zu fühlen ist.
Vereinzelt werden mit Inkjet-Drucksystemen auch Etiketten in Kleinstauflagen gefertigt und mittels Schneidplotter ausgeschnitten. Für eine industrielle Etikettenproduktion sind diese Systeme allerdings durch das Multipass-System viel zu langsam. Zur Erreichung höherer Geschwindigkeiten wurden von den Druckkopfherstellern dynamische Druckköpfe für Singlepass-Systeme entwickelt.
Im Einsatz sind derzeit überwiegend Singlepass-Druckköpfe von Xaar und Kyocera.