Herr Stefan Mail als Referent beim FDI

cropped-Maillogo-2001.pngFünf Hersteller und zwei Anwender sprachen über Digitaldruckmaschinen, ihre Anwendungsmöglichkeiten und das Verhältnis zum digital bebilderten Offsetdruck. Moderator war Kurt Wolf, der für die Fachzeitschrift „Deutscher Drucker“ auch über diese Veranstaltung berichtete. Ergänzt wurde die Veranstaltung durch eine Podiumsdiskussion.Einer der geladenen Anwender war Stefan Mail. Die Firma Mail Druck + Medien GmbH war eines der ersten Unternehmen, die auch digital produzierte, und nun über eine große Erfahrung im Digitaldruck verfügt. Dazu steht bei Mail auch die komplette Druckvorstufe, Offsetdruck, Thermotransferdruck, Kaltschablonendruck, Injekt-Großformatdruck (Plotter) und eine umfangreiche Druckweiterverarbeitung zur Verfügung.
Vorgestellt wurden die neuesten Drucksysteme von Xerox, MAN Roland, Xeikon, Heidelberger, HP Indigo und KBA durch die jeweiligen Presserepräsentanten. Es wurde der Unterschied zwischen Offsetdruck, DI-Offsetdruck und Digitaldruck dargestellt.
In der darauf folgenden Diskussion wurden die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Systeme aufgezeigt. Das Fachpublikum konnte die Referenten und Anwender während der Podiumsdiskussion befragen und auf „Herz und Nieren prüfen“. Dabei kamen auch die Problematiken des Digitaldrucks offen zur Sprache. Der Moderator Kurt Wolf und Stefan Mail wiesen auf das hohe Risiko des teuren Einstiegs mit den Hochleistungsdruckmaschinen von Xeikon, Heidelberg oder Indigo hin.
Das Auftragsvolumen muss erst einmal geschaffen werden, was bei einer Hochleistungsdigitaldruckmaschine zwischen 200.000 bis 600.000 Drucke im Monat entspricht. Es muss jedem Anwender klar sein, dass diese Aufträge völlig neue Produkte sind, die meist im Offsetdruck nicht produziert werden können, d.h. speziell Klein- und Kleinstauflagen und personalisierte Drucksachen für 1:1-Marketing. Also mindestens 200.000 Drucke im Monat müssen mit Kleinauflagen erreicht werden! Eine Offsetmaschine ist nie durch eine Digitaldruckmaschine zu ersetzen.
Herr Kurt Wolf erklärte, dass das Risiko beim Einstieg in den Digitaldruck durch so genannte Light-Digitalduckmaschinen gemildert werden könnte. Allerdings ist mit den, meist Farb-kopierern und weiteren kleinen Farbdruck-systemen, keine so hochwertige Qualität möglich. Besonders beim registergenauen Druck von Vorder- und Rückseite gibt es Probleme, was z.B. beim Druck einer Broschüre mit Überläufern zwingend notwendig ist. Die Standfestigkeit, beidseitiger Druck auf Papier von höherer Grammatur und Kalibrierungsmöglichkeiten sind ebenfalls sehr eingeschränkt, so dass man mit solchen Digitaldrucksystemen nicht den hohen Qualitätsanspruch von Drucksachen erreichen kann. Der Markt reagiert bekanntlich sehr sensibel auf unzureichende Qualität, was sich heute kein Unternehmen mehr leisten kann.
Zudem bietet nur Xeikon eine Digitaldruckmaschine die über das Format A3+ hinausgeht. Mit dem Format B2 bzw. mit bis zu 50 cm breiten Rollenpapierbahnen kann die Xeikon weltweit als einigste Maschine fast endlos drucken.
Wichtig, eigentlich überlebenswichtig für diese Technik, sind die Print-Operatoren, die nicht nur drucktechnisch, sondern ebenso in der Vorstufe und im maschinentechnischen Bereich sehr fit sein müssen. Die Digitaldrucktechnik steckt noch immer in den Kinderschuhen, und es wird noch lange dauern, bis diese Digitaldruckmaschinen so problemlos laufen wie die Offsetmaschinen. Nur ein guter Operator kann damit klarkommen. Und nur dann ist eine gute, wirtschaftliche Produktion im Digitaldruck möglich.
Ein weiterer Punkt ist die Verarbeitung der Digitaldrucksachen. Kleinauflagen, personalisierte Drucksachen, Displays, die in den kleinen Auflagen meist nur manuell oder mit kleinen Hilfsweiterverarbeitungsmaschinen verarbeitet werden können. Schneidmaschine, Falzmaschine, Hefter, Lagenfalzhefter, Kuvertiertechnik, Folienkaschieranlage und Geräte für Wire-O-Bindung sollten Standard sein. Die Drucksachen sind oft durch die Technik bedingt sehr trocken oder statisch, so dass beim Verarbeiten höchstes Feingefühl und Fachwissen nötig ist, um ein optimales Ergebnis zu Erreichen.
Bei Mail Druck + Medien sind alle diese Punkte konsequent durchgeführt und sichergestellt worden. Nach mittlerweile mehr als fünf Jahren „echtem“ Digitaldruck ist Mail Druck + Medien nicht nur einer der ersten Betriebe gewesen, die mit dem Digitaldruck auf den Markt gegangen sind, sondern mit zwei Xeikon Digitaldruckmaschinen auch klarer Marktführer in der Region und teilweise auch weit darüber hinaus. Zudem ist die Synagie von Digitaldruck und Offsetdruck in einem Hause für die Produktion perfekt für den Endkunden.
Abschließend kann man sagen, dass die Veranstaltung durch interessante Diskussionen und viel Fachwissen für alle Teilnehmer sehr wertvoll war.