Grundlagen des Offsetdrucks

Alois Senefelder erfand 1796 den Steindruck und legte damit die Grundlagen für den modernen Offsetdruck.

Die Bezeichnung für den Offset-Druck kommt ursprünglich von der Lithografie, dem Steindruck. Inzwischen haben zwar beschichtete Metallplatten den Stein abgelöst – aber das Prinzip ist immer noch das gleiche: Wasser und Fett stoßen sich gegenseitig ab. Die Bereiche der Druckplatte, die später keine Farbe annehmen sollen, werden deshalb in einem ersten Arbeitsschritt mit Wasser benetzt. Danach färbt man die anderen – mit der ölhaltigen (Fett!) Farbe – ein.

Grundsätzlich gilt: Mindestens für jede der vier Farben Cyan, Magenta, Yellow und Schwarz gibt es eine eigene Druckplatte. Moderne Maschinen verfügen über bis zu 12 Farbwerke, die in einem Druckgang beide Seiten 4-farbig bedrucken und zusätzlich noch Schmuckfarben anbringen können.
Der Lithograf druckte noch direkt vom Stein – indem er einen Papierbogen darüber legte und abrollte. So arbeiten heute nur noch Künstler. Der Offsetdruck dagegen ist ein indirektes Verfahren: Die Druckplatte bedruckt zuerst ein Gummituch, anschließend setzt das Gummituch die Farbe auf dem Bedruckstoff ab: Daher auch der Begriff offset“.

Steindruckplatte aus Solnhofener Kalkstein. Druckende und nicht-druckende Bereiche sind auf einer Ebene.
Weil das Gummituch weich ist, können so auch Materialien bedruckt werden, die nicht absolut eben sind – also z. B. Papiere mit geprägten Oberflächen. Außerdem nimmt das Gummituch viel von der Nässe auf, die benutzt wurde, um die nicht-druckenden Stellen farb-abstoßend zu machen. Die Folge: Das Papier bleibt trockener als beim direkten Druck.

Seit Caspar Hermann im Jahre 1906 die erste Offset-Druckmaschine baute, hat sich viel getan. In den 60er Jahren entwickelte man ein Verfahren, bei dem mit spezieller Farbe und Plattenbeschichtung ohne Feuchtmittel gedruckt werden konnte.
Die erste Offset-Maschine wurde 1906 von Caspar Hermann gebaut.

Weil das Papier auf diese Weise trockener bleibt, sind im Trocken-Offset feinere Druckraster und eine genauere Farbführung möglich.
Der digitale Offsetdruck arbeitet „Computer to Press“ – die Bild- und Textdaten werden vom Computer direkt auf die Offset-Druckplatte übertragen. Die früher aufwendige Druckplattenherstellung entfällt praktisch. Deshalb spart dieses Verfahren viel Zeit – und ermöglicht preisgünstig kleine und mittlere Auflagen in Offsetqualität.