Etikettenqualität in Bezug auf die maschinelle Verarbeitbarkeit

Bei der automatischen Verarbeitung der Etiketten wird das Etikettenmaterial straff über eine klingenförmige Kante gezogen. Dabei löst sich wegen der größeren Steifigkeit und der Silikonschicht das Etikett mit dem Kleber vom Trägermaterial und bleibt an einem vorbeigeführten Produkt kleben.

  • Die Etiketten müssen auf dem Trägerpapier einen gleichbleibenden Abstand zueinander haben. Üblicherweise beträgt der Abstand 2 – 5 mm, kann aber abhängig vom Produktionsverfahren auch größer sein.
  • Beim Stanzen der Etiketten darf die Silikonschicht oder gar das Trägerpapier nicht verletzt werden. „Angestanztes Trägermaterial“ ist ein häufig zu beobachtender Qualitätsmangel, der jedoch unbedingt in der Druckerei zu vermeiden ist. Wenn Probleme bei der Verwendung „angestanzter“ Etiketten auftreten, wird das oftmals der Etikettiermaschine angelastet. Die Folge ist, dass der Anwender darauf hingewiesen werden muss, dass eine fehlerfreie Etikettierung nur mit qualitativ einwandfreiem Etikettenmaterial möglich ist.
  • An den Etikettenrändern darf kein Klebstoff austreten. Durch diesen Qualitätsmangel können die Lagen innerhalb der Etikettenrolle miteinander verkleben. Die Folge ist, dass Etiketten auf der Rückseite des Trägerbandes ankleben und Störungen innerhalb der Etikettiermaschine verursachen.
  • Das Trägerpapier darf nicht zu dick sein. Es muss sich einwandfrei um eine scharfe Spendekante lenken lassen. Die übliche Qualität für das Trägermaterial ist ein Papier mit 65 g/m2.
  • Das Etikettenmaterial darf nicht zu flexibel sein. Es muss sich beim Spendevorgang geradeaus weiterbewegen, während das Trägerpapier an der Spendekante umgelenkt wird. Probleme können hier in manchen Fällen bei sehr flexiblen Kunststoffetiketten auftreten.
  • Das Trägerpapier sollte insbesondere bei sehr kleinen Etiketten eine Mindestbreite von 15-20 mm haben. Wenn diese Breite unterschritten wird, kann es in der Etikettiermaschine schnell zum „Bandriß“ kommen.
  • Die Haftung zwischen Klebstoff- und Silikonschicht (Release-Faktor) muss so gewählt werden, dass die Etiketten sich nur an der Spendekante, nicht aber schon an anderer Stelle in der Maschine, zum Beispiel an Umlenkrollen, ablösen. Innerhalb eines Mehrschichtetiketts müssen die Release-Faktoren unterschiedlich sein, wobei die geringste Haftung zwischen dem unteren Trägerpapier und dem übrigen Verbund bestehen muss.