Die Entwicklung der digitalen Drucktechnik

Durch das Prinzip des endlosen Rollendrucks installierte Xeikon schon sehr früh Digitaldrucksysteme auch für den Etikettendruck. Hier ist ein echter endloser Druck möglich, der keine Rücksicht auf Abschnittslängen nehmen muss. Indigo bot dann auch sehr schnell ihr Digitaldrucksystem für die Etikettenfertigung an. Durch das Grundprinzip des Bogendruckes muss hier Rücksicht auf die Platzierung der Etiketten genommen werden.
Die digitale Etikettenfertigung hat sich in den letzten Jahren gut in den Druckereien etabliert, wobei sich HP-Indigo eindeutig zum Marktführer entwickelt hat. Durch ein neues Modell für den Etikettendruck mit hoher Auflösung gewinnt Xeikon in letzter Zeit aber wieder an Boden.

Inkjet-Drucksysteme gibt es auch schon seit vielen Jahren. Eingesetzt wurden die Systeme bisher hauptsächlich für Texteindrucke oder Markierungen in vorgefertigte Endlosdrucke. Parallel dazu entwickelten sich Inkjetdrucksysteme im Bereich der Werbetechnik. Die grobe Auflösung war vor 10 Jahren allerdings nur für große Plakatflächen mit erheblichem Betrachtungsabstand einzusetzen. Pioniere waren hier NUR und Scitex mit Druckbreiten von fünf Metern. Eingesetzt wurden aggressive Solventtinten mit großem Farbraum. Bei dem angewandten Multipass-Prinzip fährt der Druckkopf mehrfach über die Druckfläche und überträgt dabei immer nur einen Teil des Druckbildes.
Auch in diesem Bereich hat sich in den letzten Jahren ein Wandel vollzogen. Die Maschinen wurden schneller, kleiner und leistungsfähiger. Auflösungen bis zu 1.440 dpi und Geschwindigkeiten bis zu 500 qm / Std. sind heute am Markt zu finden. Durch etliche Zukäufe hat sich auch hier HP zum Marktführer entwickelt.

Vereinzelt werden mit diesen Inkjet-Drucksystemen auch Etiketten in Kleinstauflagen gefertigt und mittels Schneidplotter ausgeschnitten. Für eine industrielle Etikettenproduktion sind diese Systeme allerdings durch das Multipass-System viel zu langsam.
Zur Erreichung höherer Geschwindigkeiten wurden von den Druckkopfherstellern dynamische Druckköpfe für Singlepass-Systeme entwickelt. Marktführer ist hier derzeit Xaar plc. Bei den auf der Label-Expo Europe 2009 vorgestellten Inkjet-Etiketten-Drucksystemen verwendeten zehn Hersteller die 1001er Druckköpfe von Xaar plc.

Der 1001er Druckkopf von Xaar plc hat eine Druckbreite von 70,5 mm und eine native Auflösung von 360 dpi. Durch die eine Farbtiefe von 8 bit ergibt sich der optische Eindruck einer Auflösung von über 1000 dpi. Im Bildbereich ist das völlig ausreichend, bei Schrift und feinen Linien allerdings nicht. Speziell bei feinen Strichcodes gibt es hier schnell Qualitätsprobleme. Das Xaar plc die Eignung der Köpfe für 4 Punkt Schrift angibt, hilft in der Praxis wenig. Hier ist noch Entwicklungsarbeit gefordert.

Der große Vorteil der Inkjet-Technologie für den Etikettendruck ist die Alternative zu dem bisher wettbewerbsfreien Bezug von Toner und Zubehör oder der kostentreibenden Klickpreisen. Für Tinten gibt es bereits eine Anzahl zertifizierter Lieferanten für die Xaar-Köpfe, was sich schon jetzt im Wettbewerb bemerkbar macht. Zukünftig wird auch die Geschwindigkeit der Singlepass-Systeme weiter steigen, sodass weitere Anteile der Etikettenproduktion in der digitalen Fertigung produziert werden können.